Chronik

Am 6. Mai 1890 wurde die Freiwillige Feuerwehr Aich gegründet. Die Namen der Vorbegründer und der Gründungsmitglieder sind in der Festschrift des 100-jährigen Bestehens nachzulesen.

Als erstes Gerät wurden eine fahrbare Saug- und Druckspritze (handbetrieben) und 70 Meter Schläuche für 1500 Mark angeschafft. Dazu kamen dann noch Joppen, Helme, Gurte, Haken und Seile für die Mannschaftsausstattung.
Die Geräte waren in der Wagenremise beim Gasthaus Gruber in Aich untergestellt. Gruber zog die Spritze mit seinen Pferden zu den Einsätzen. Kommandant und Führer der Wehr war Josef Stoiber, Wagnermeister von Hub.

1890 wurde bereits eine kleine Fahne angeschafft, deren spärliche Reste heute noch vorhanden sind.
Diese Fahne wurde 1893 durch eine Standarte ersetzt. Nach mehreren Renovierungen ist die Standarte bis heute in einem guten Zustand erhalten und wird bei verschiedenen Veranstaltun-gen mitgeführt.

Im Jahr 1901 ereignete sich in Binabiburg ein Großbrand; dabei wurden mehrere Häuser und die Kirche zerstört. Kommandant Stoiber erhielt für seinen Einsatz die Lebens-rettungs-medaille.

Am 2. August 1908 starb Kommandant Josef Stoiber im Alter von 57 Jahren. Sein Nachfolger wurde Johann Huber aus Aich.

Von 1908 bis 1918 wechselten die Führungskräfte häufig, genaue Unterlagen darüber sind jedoch nicht vorhanden. Laut Prüfunterlagen des Bezirksamtes Vilsbiburg waren in der Zeit durchwegs 15-20 aktive Wehrmänner einsatzbereit.

Am 1. Dezember 1918 wird Anton Weindl Kommandant; er hat gleichzeitig das Amt des Schriftführers inne. Seine Aufzeichnungen sind bis heute erhalten. Oberlehrer Würzinger wird am 9. März 1919 zum Vorstand gewählt.

1922 wird mit dem Bau des Gerätehauses begonnen. Nach Umbauten 1950 und 1964/65  erfüllte das Haus seinen Zweck bis 1978.

Die erste Motorspritze mit Schlauchwagen wird 1928 angeschafft. Im gleichen Jahr trafen sich die Feuerwehrmänner aus dem gesamten Umkreis zu einem Gautag (heute Kreisfeuerwehrtag). Im festlichen Zug ging es vom Feuerwehrhaus zum Gasthaus Gruber. Dort wurden verschiedene Möglichkeiten zur effektiveren Feuerbekämpfung diskutiert. Auch die Geselligkeit wurde gepflegt.

Seit 1928 findet die jährliche Generalversammlung am Sonntag nach Ostern statt.

1934 zieht Vorstand Würzinger von Aich weg, somit bekleidet Anton Weindl bis 1946 sowohl das Amt des Kommandanten als auch des Vorstandes.

Georg Grötzinger, Bauer aus Hilling, wird am 4. April 1946 zum neuen Vorstand gewählt. Am gleichen Tag wurde Ludwig Wimmer neuer Kommandant. Anton Weindl wurde zum Schriftführer bestimmt und Josef Reithmaier wurde in seinem Amt als Kassier bestätigt.

1950 wird das Tor an der Giebelseite des Gerätehauses zugemauert und durch zwei Tore an der Ostseite ersetzt. Ein hölzerner Schlauchtrockenturm wird angebaut. Als Nachfolger von Ludwig Wimmer, der von Aich weggezogen war, wurde Sebastian Eggerbauer am 23. April 1950 zum neuen Kommandanten gewählt. Alle anderen Positionen blieben unverändert.

Bereits ab 1948 beteiligte sich die Freiwillige Feuerwehr Aich am kulturellen Geschehen in der Gemeinde. Besonders zu erwähnen sind die Theateraufführungen. Diese Tradition des Laienspiels, das in den zwanziger Jahren vom damaligen Burschenverein unter der Leitung von Kaplan Vogel begann, wurde von der Feuerwehr fortgesetzt. Theateraufführungen, bunte Abende und Tanzveranstaltungen wurden abgehalten.

Am 14. Mai 1954 wurde unter der Schirmherrschaft von Landrat Senator Dr. Hartl die Fahnenweihe gefeiert. 54 Vereine nahmen teil, Patenverein war die Freiwillige Feuerwehr Bonbruck. Die Festpredigt hielt Pater Bernhardin Eggerbauer, Hauptlehrer Georg Schmid hielt die Festrede. Die Musikgesellschaft Aich fungierte als Festkapelle und wurde vom Musikverein Vilsbiburg unterstützt. Die diversen Ämter und Funktionen waren folgendermaßen verteilt: Vorstand Georg Grötzinger, 1. Kommandant Sebastian Eggerbauer, 2. Kommandant Sebastian Vockinger, Festmutter Therese Weindl mit den Töchtern Rosi und Annelies, Fahnenbraut Ursula Kreuzpointner (Ursula Ewinger), Trauerband Agnes Hofmeier, Vermisstenband Elisabeth Grötzinger, Patenband Maria Eggerbauer (Maria Kirschbauer), Fähnrich Martin Steckermeier, Fahnenbegleiter Josef Mittermaier und Georg Ingerl.

1955 wird die Motorspritze VW TS 8-8 beschafft. Schmiedemeister Josef Reithmaier baut einen Gummibereiften Mannschafts- und Gerätewagen. Nun sind Motorspritze, Geräte und Schläuche griffbereit untergebracht; auf zwei Bänken haben acht Feuerwehrleute Platz. Der Wagen wird von einem Traktor gezogen.

Am 10. März 1956 stirbt Vorstand Georg Grötzinger; Franz Weindl wird am 12. April 1957 zu seinem Nachfolger gewählt.

In Aich wird 1958 eine Sirene installiert; die Finanzierung (800 DM) übernimmt die Feuerwehr.

1961 erhält die erste Mannschaft Schutzanzüge und Stiefel; sie legt erstmals eine Leistungs-prüfung ab.

Die Gemeinde beschließt in der Sitzung vom 14. Februar 1964 ein Mannschaftsauto für die Feuerwehr anzuschaffen. Die Einweihung und Übergabe an die Aicher Wehr erfolgt im November. Es ist ein Ford Transit mit kompletter Ausrüstung (die alte Motorspritze wird übernommen). Für die Unterbringung des Fahrzeuges musste das Gerätehaus umgebaut werden. An der Giebelseite wurde ein Stahltor eingebaut.

Am 7. September 1966 verstarb Kommandant Sebastian Eggerbauer, er war von 1960 bis zu seinem Tod auch gleichzeitig Vorstand. Bis zur Neuwahl von Josef Grötzinger am 9. Oktober leitete der 2. Kommandant Max Strasser zusammen mit dem Ausschuss die Wehr. Sebastian Vockinger wird am 4. April 1967 neuer Kommandant.

Der Kreisfeuerwehrtag fand am 19. Mai in Aich statt. Pfarrer Moser zelebrierte eine Feldmesse auf dem Ladeplatz des Bahnhofes. Zu diesem Zweck war der Primizaltar aufgebaut worden. Ein „Tankwagenunfall“ auf der Kreisstraße war Mittelpunkt einer Übung, bei der die Aicher Wehr während des ganzen Tages den Ordnungsdienst und die Absperrung durchzuführen hatte.
Georg Thaler wird am 5. Mai 1971 zum Vorstand gewählt.

Seit der Gemeindezusammenlegung 1971 ist die Großgemeinde Bodenkirchen für den Bedarf der Aicher Wehr zuständig.  Es wird ein größeres Fahrzeug bestellt (Opel Blitz LF 8 mit Vorbaupumpe und eingeschobener TS 8-8 und der erforderlichen Bestückung). Das bisherige Fahrzeug erhält die FFW Haunzenbergersöll. Am 17. November 1973 wird das neue LF 8 eingeweiht.

Am 11. April 1976 wird Josef Grötzinger zum Vorstand und Jakob Meier zum neuen Kommandanten gewählt.

Die FFW Aich kauft 1977 für das Löschfahrzeug eine Funkausrüstung im Wert von 2000 DM. Die Einbaukosten übernimmt die Gemeinde.

Der Standort des Feuerwehrhauses wird von Hub in die Ortsmitte verlegt. Damit beginnt die Planung für das neue Gerätehaus an der Arberstraße. Baubeginn ist der 14. Juli 1978, Fertigstellung war im September 1981. Die Gemeinde Bodenkirchen stellte den Bauplatz und die Baumaterialien. Die aktiven und passiven Mitglieder der Wehr führten unentgeltlich alle Arbeiten aus. Es wurden 2100 freiwillige Arbeitsstunden geleistet. Die Bepflanzung stiftete die Firma Weindl im Tal.

1980, am 16. Mai übernimmt die Aicher Feuerwehr die Patenschaft bei der Fahnenweihe der Freiwilligen Feuerwehr Treidlkofen.

1980 wird die Aicher Wehr mit Atemschutzgeräten ausgerüstet. Josef Attenberger beginnt mit der Ausbildung. Derzeit sind 12 Feuerwehrmänner an den Geräten ausgebildet, weitere sind in der Ausbildung. Max Neumeier ist Gruppenleiter und führt die Schulungen durch.

1988 wird eine Masttauchpumpe angeschafft. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn zum Beispiel Keller leergepumpt werden müssen.
Ab Mitte 1989 laufen die Vorbereitungen für das 100-jährige Gründungsfest auf vollen Touren.